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EVANGELISCHE GEMEINDE DEUTSCHER SPRACHE IN ÄTHIOPIEN Unser Sozialprojekt, Die German Church School liegt mitten in Addis Abeba. Um sie herum existieren unterschiedliche Gebiete. Das Jan Meda Feld, ein ehemaliges Militärübungsgelände, welches zwischenzeitlich zu einem großen Sport- und Freizeitplatz ohne Bebauung umfunktioniert wurde. Eine alte Kaserne, die augenscheinlich nur noch bewacht, aber nicht mehr benutzt wird. Ein ehemaliges Militärkrankenhaus, das zwischenzeitlich größtenteils stillgelegt ist. Ein slumartiges Wohnviertel, bestehend aus Plastik und Pappbuden, nur lose zusammengefaltet und -gelegt. Ein Wohnviertel, bestehend aus Lehmhüttchen mit Wellblechdächern. Das ganze ist durchwachsen von Geschäften in der Größe von Litfaßsäulen bis Kleinstkiosken.Hier und da bieten Kleinhandwerker ihre Dienste an. Um die Schule herum leben Menschen. Menschen die ihr Dasein am Existenzminimum fristen - Arbeitslose, Krüppel, ausgediente Soldaten und Flüchtlinge, vertrieben aus Eritrea während des letzten Krieges. Viele haben aufgegeben und warten am Straßenrand auf einen barmherzigen Menschen, der einen Pfennig fallen läßt. Manche kämpfen. Kämpfen um ein karges Dasein, indem sie sich auf die Straße setzen, ein paar Tomaten und Zwiebeln zum Verkauf vor sich aufhäufen, in der Hoffnung, daß sie ein oder zwei Birr (25 - 50 Pfennige) einnehmen. Die "Upper Class" unseres Viertels schafft es immerhin, wenige handwerkliche Arbeiten anzubieten. Auf diese Weise haben sie sich eine kümmerliche Existenz aufgebaut. Auf den Nenner gebracht: eine arme elende Masse! Die Schule beschäftigt 20 Lehrer, die neben ihrer fachlichen Qualifikation auch nach Gesichtspunkten ihres sozialen Engagements im christlichen Sinne angestellt wurden. Insgesamt bietet die Schule zur Zeit Ausbildungsmöglichkeit für etwa 980 Schüler Um die Räumlichkeiten optimal auszunutzen wurden nachstehende Ausbildungsprogramme aufgelegt:
Reguläres Schulprogramm (von Klasse 1 - 8): Hieran nehmen 600 Schüler und Schülerinnen teil. Jeder Schüler erhält pro Schultag ein Brötchen sowie ein Stück Obst, was sich positiv hinsichtlich Aufnahmefähigkeit und Konzentration der Kinder ausgewirkt. Nach der 8. Klasse nehmen die Schüler an einer nationalen Prüfung teil, und schließen meist hervorragend ab. zusätzlicher Nachhilfeunterricht: Nach der 8. Klasse verlassen uns die Schüler/innen um auf Goverment Schools weiterzulernen. Doch das muß nicht bedeuten, daß sie aus unserem Gesichtsfeld verschwinden, denn wir bieten Nachhilfe an. Im sogenannten "Saturday Programm" können unsere Siebt- bis Zwölftklässler alle Unterrichtsfächer aufbereiten und werden von uns weiterhin persönlich betreut und ermutigt. Die ausgezeichneten Ergebnisse unserer Schulabgänger bestätigen diesen Einsatz. Grundsätzlich wird deutlich: Die Unterstützung der Schüler/innen über die eigentliche Schulzeit hinaus ist unbedingt erforderlich, vor allem angesichts der Verhältnisse aus denen sie stammen. Die Kinder müssen lernen, ihr Leben eigenverantwortlich und unabhängig zu führen, doch das wird erst nach langer Förderung möglich. Erwachsenenbildung: Wir haben einen Bildungsauftrag und nehmen ihn war. Damit üben wir Einfluß auf das nahe gesellschaftliche Umfeld aus, nicht nur in der Ausbildung der Jugendlichen sondern auch in der Erwachsenenbildung. Für ca. 150 berufstätige Erwachsene ohne Schulabschluß bieten wir zusätzlichen Unterricht an. In Form einer Abendschule unterrichten wir Stoff der Klassen 4-6. Von den Teilnehmern sind 26% Eltern unserer Schüler/innen. Blinde unter Sehenden: Einzigartig in Äthiopien bietet die Kirchenschule eine integrierte Ausbildung an - blinde und sehende Schüler werden zusammen unterrichtet. Dieses Programm wurde mit Mitteln und Fachwissen der Christoffel Blindenmission (CBM) Anfang der 90er Jahre eingeführt. Vier speziell ausgebildete Lehrer geben 28 blinden Schülern Vertiefung zu den Unterrichtsthemen. Das Lehrmaterial dazu wurde speziell entwickelt. Jeder blinde Schüler wird von einem sehenden Mitschüler begleitet: sowohl in den Klassen, als auch in den Pausen. Diese integrierte Erziehung hilft, daß blinde Kinder nicht ins Abseits gedrängt werden, denn sie wachsen in der Gesellschaft ihrer sehenden Altersgenossen auf. Der 1996 begonnene, 1998 abgeschlossene Schulneubau bietet inzwischen fast 1.000 Schülern Platz. Aber auch Korrekturen sind erforderlich: Das 1996 begonnene Berufausbildungsprogramm wurde ab 2000 wegen nachhaltigerer Ergebnisse anderer Partner auf diese "ausgelagert". Eines aber bleibt: Oberstes Kriterium für die Aufnahme von Schülern ist die Bedürftigkeit der Herkunftsfamilien - die Kirchenschule ist eine Einrichtung für die Ärmsten der Armen, die sonst ohne Chancen wären. Zukunftspläne: Die Schule strebt für die nächsten Jahre eine Erweiterung bis zur 10. Klasse an. In Äthiopien ist dies der wichtigste Abschluß, denn danach wird entschieden wie es weitergeht: handwerklich, im Büro oder akademisch. Die Evangelische Kirche in Deutschland gewährte neben den laufenden Aufwendungen für die Entsendung des hauptamtlichen Pastors einen beträchtlichen Zuschuß für den Schulneubau, der zusammen mit den Rücklagen der Gemeinde den Neubau erst ermöglichte. "Kindernothilfe" in Deutschland stellte zudem eine Kofinanzierung für den Schulneubau über die EU sicher. Für die laufende Arbeit der Schule sind die Patenschaftprogramme ganz wichtige Träger: Über die "Kindernothilfe" werden einzelne Schulkinder und ihre Familien mit Patenschaften aus Deutschland unterstützt. Interpedia - Finnland, vermittelt ebenfalls Patenschaften für die Schulkinder und ihre Familien. Das integrierte Bildungsprogramm von blinden Mitschülern wird von der Christoffel Blinden Mission (CBM) getragen. Aus dem Freundeskreis der Deutschen Gemeinde selbst werden über die "German Church Fosterships" Patenschaften übernommen.
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