Im `globalen Dorf´ ist der Rohstoff Information
ungerecht verteilt:
E-Mail-Projekt der 6b unterstützt
die German Church School in Äthiopien

SchülergruppeIn NRW haben die Netdays 2001 begonnen. Alle Schulen sind aufgerufen, Internet-Projekte zu entwickeln und zu präsentieren. Wie andere Ahlener Schulen beteiligt sich auch das Gymnasium St. Michael an den Netdays. Die Klasse 6b hat letzten Freitag mit einem Äthiopientag dazu ein eMail-Projekt gestartet: "Kinder in der Einen Welt - Beispiel Äthiopien"

Rudolf Schoppmann, Vorsitzender des deutsch-äthiopischen Vereins, hatte die Klasse besucht und mit ihr einen Vormittag zum Thema Äthiopien gestaltet. Auch Dirk Meyran und Martina Dankwart von der Ahlener Bürgernetz-Initiative nahm daran teil, denn er wird den Schülern bei der technischen Umsetzung des Projekts helfen. Worum geht es?

"Das Projekt beschränkt sich nicht nur auf die Netdays, sondern ist längerfristig angelegt", erklärt Dietmar Hecht, der die Aktion leitet. Es gehe zunächst darum, das Medium Internet als Instrument interkulturellen Lernens zu benutzen. Das Projekt ziele aber auch auf eine Weiterentwicklung der Online-Strukturen bei den äthiopischen Gesprächspartnern. Das ist die German Church School in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba. Die Schule wird von der deutschen, evangelischen Kreuzkirche in Addis betreut. Den Kontakt dazu hatte der deutsch-äthiopische Verein über den Freundeskreis der Kirche in Stendal vermittelt. Schon in dieser Anlaufphase erwies sich das Internet als unverzichtbares Hilfsmittel.

Nun war die Reihe an den Schülern. Sechs Arbeitsgruppen stellten sich ihren noch unbekannten Partnern in Addis per eMail auf Englisch vor, berichteten über ihre Hobbys, ihr Leben im westfälischen Münsterland und stellten ihre Fragen nach dem Alltag der Schüler im äthiopischen Hochland. Jetzt warten sie auf Antwort.

"Das läuft dort nicht so einfach, wie man es sich hier vielleicht vorstellt", dämpfte Schoppmann allzu große Erwartungen. "Online zu sein, ist in Äthiopien ein Privileg weniger Leute. Von einer grenzenlosen Gerechtigkeit beim Zugang zum Netz kann deshalb im `globalen Dorf´ keine Rede sein." Internet ist in Äthiopien sehr teuer. Die German Church School benutzt noch den Online-Zugang der Kreuzkirche. Der dortige Pfarrer Krause will sich aber für das Projekt einsetzen. Eine erste Mail hat er bereits einem Schüler der 6b geschrieben. Maxi ist happy!

Im Rahmen des Politikunterrichts wird an dem Projekt über die Netdays hinaus weitergearbeitet. "Wenn wir damit der German Church School einen besseren Online-Zugang ermöglichen, ist das unser kleiner Beitrag für `grenzenlose Gerechtigkeit´", meint Projektleiter Hecht. Erste Ergebnisse werden am 5. Oktober während der Ahlener Medientage vorgestellt.