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Dionysischer "Genialisten-Club"

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Als Cioran ein Stipendium der Humboldt-Stiftung für Berlin erhalten hatte, gründete er dort einen "Genialisten-Club" junger rumänischer Exilphilosophen.

Willst Du mehr erfahren über das Dionysische, das Reich des Mondes im Gegensatz zum Apollinischen, dem Reich der Sonne? Hier ein kleiner Text aus Horia Stamatu

"Lucian Blaga, Dichter des Mysteriums"

Die rumänische Dichtung - Volks- oder Kunstdichtung - ist vom machtvollen dionysischen Empfinden erfüllt. Der rumänische Raum ist nicht weit entfernt von jenem thrakischen, aus dem Orpheus und Dionysos hervorgingen; denn die Daker, Vorfahren der Rumänen, gehörten derselben thrakischen Sprache und Familie an.

Der einzige Buchtitel, den Eminescu geplant hat, war "Mondlicht", ein Titel, der im Rumänischen einen sehr expressiven Klang hat. Das "Mondlicht" hat einen ganz anderen Sinn als das Sonnenlicht. Wir haben gesehen, daß auch Blaga dieses Mondlicht für sich in Anspruch nimmt. Die rumänische Tendenz in der Dichtung ist viel mehr dionysisch als apollinisch, der Gegensatz "Sonne - Mond" existiert selbst in der Folklore.

Die rumänische Literatur hat keinen Externer Link... Nietzsche gehabt, der die Beziehungen zwischen dem Apollinischen und Dionysischen aufdeckte.Als der Rumäne Blaga das Problem des "apollinisch-dionysischen" Dualismus im deutschen Denken wiederfand, bewegte er sich nicht auf Neuland, sondern nur in einer neuen Terminologie. Die rumänische Kunstdichtung der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die besonders unter französischem Einfluß stand, war hauptsächlich diskursiv, rational, sagen wir "apollinisch". Aber mit dem Erscheinen Mihail Eminescus finden das "Dionysische" und das "Apollinische" ihre schöpferische Spannung. Der Meister Eminescus war Schopenhauer. Die Meister Blagas waren die Existenzphilosophen."

In diesem Punkt traf er sich mit Cioran, wenn dieser auch eine Position vertrat, die sich als "subjektiver" Existentialismus bezeichnen läßt.

(in: Lucian Blaga, Die Gezeiten der Seele, Freiburg 1963)

Besuche auch die Lucian Blaga gewidmete Website der Hermannstädter Externer Link... Lucian-Blaga-Universität

Das dort wiedergegebene Gedicht Blagas, wohl sein berühmtestes, lautet in deutscher Übersetzung:

Ich raube nicht den Wunderkranz des Weltalls
und morde nicht
mit dem Verstand die Rätsel mir
am Wege
in Blumen, Augen, Lippen oder Gräbern.
Der anderen Leuchte tilgt den Schmelz der Undurchdrungenheit
verborgenen Dunkels,
doch ich,
ich steigere mit seinem Licht der Welt Geheimnis,
und wie der Mond mit seinen weissen Strahlen
nicht schmälert, nein erzitternd
der Nacht Entrücktheit noch entrückter macht,
so schmücke ich auch dunkle Horizonte
mit weiten Schauern des Mysteriums,
und was undeutbar blieb,
fällt nur noch tiefer in Undeutbarkeit
mir unterm Blick -
ich liebe ja
die Blumen, Augen, Lippen und die Gräber.

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"Junge Wilde" in Hermannstadt
Philosophisches zu Cioran, Eliade und Brukenthalern

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