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Wilde Ferien - auch in Deutschland? Hallo Silviu! Wilde Ferien - auch in Deutschland? Darauf möchte ich heute noch nichts sagen. Ich denke, daß in der nächsten Woche, wenn hier die Schule wieder angefangen hat, unsere "Wilden" ganz wild darauf sein werden, ihre neuesten Stories zu diesem Thema loszuwerden. Zu Deiner Mail "Wilde Ferien" ist mir aber noch etwas von Cioran in die Hände gefallen, das ich Dir nicht vorenthalten möchte. Es ist ein Kapitel des in Hermannstadt zur Zeit Ciorans "weißer Nächte" entstandenen Werks "Auf den Gipfeln der Verzweiflung" und trägt die Überschrift
Als ich dieses Kapitel Ciorans las, fiel mir Deine Mail "wilde Ferien" wieder ein. Was Du über Costinesti erzählst, hat mir viel mit einer "Rückkehr zum Chaos" zu tun. Eliade schreibt dazu einige aufschlußreiche Sachen, etwa wenn er die "Orgie" (z.B. beim Karneval/Fasching) mit dem "Chaos" vergleicht:
(Mircea Eliade, Die Religionen und das Heilige) In Eliades Augen wäre demnach die "Rückkehr zum Chaos" während der "wilden Ferien" in Costinesti zugleich der Aufbruch in eine Erneuerung. "Es gibt in jedem Wirbel eine künftige Möglichkeit der Form, so wie im Chaos die Möglichkeit des Kosmos schlummert. Ich möchte am Anfang der Welt leben, in den dämonischen Wirbeln des ursprünglichen Chaos " So drückt Cioran das aus. Aber er schließt: "Ich kann nur am Anfang oder am Ende der Welt leben." Keine Möglichkeit der Form solle in ihm wirksam werden. Vielleicht hast Du Dir Vergleichbares auch schon einmal durch den Kopf gehen lassen, als nach "weißer Nacht" am Strand des Schwarzen Meeres ein (schlaf)trunkener Blick auf den verblassenden Sternenhimmel fiel und Dir die Heimkehr in Hermannstadts Tag- und Ordnungswelt bevorstand. Wenn Du willst, laß dazu von Dir hören! Dietmar Hecht |