Die Geschichte der Juden in Münster

1350 Im Zusammenhang mit der  Pest werden die Juden in Münster verfolgt, die erste Jüdische Gemeinde der Stadt wird vernichtet.
1554 Rat und Gilden beschließen, die Juden auszuweisen. Über zweieinhalb Jahrhunderte erhalten Juden im Münster kein Wohnrecht mehr.
1616 Münster erläßt erstmals eine Passierscheinregelung über kurzfristige Aufenthalte von Juden in Münster.
1808 Das Großherzogtum Berg – zu diesem französischen Satellitenstaat gehörte damals auch der Münsterorden an, die Juden den übrigen Bewohnern gleichzustellen.
1848/50 „Alle Preußen sind vor dem Grundgesetz gleich“ Rechtlich ist damit die Judenemanzipation vollendet.
1858 mit etwas mehr als 1% der münsterischen Gesamtbevölkerung (312 von 29 992 Einwohnern) erreicht die Judenschaft ihren höchsten Anteil in der Geschichte.
1880 Die Synagoge wird eingeweiht.
1933 Jüdische Geschäfte werden auch in M. durch Nationalsozialisten boykottiert.
1933-1945 Zwischen dem 1. 4. 1933 und dem 13.11.1944 werden430 Juden betreffende Sondergesetze und Verordnungen erlassen, davon bis zum 31.10.1938  (kurz vor der Reichskristallnacht).
1938 Sog. Reichskristallnacht. Freiwillige und Berufsfeuerwehr werden am Löschen der von 1 Uhr nachts bis 5 Uhr morgens brennenden Synagoge gehindert. Es kommt zu schweren Ausschreitungen.
1941 Deportation von mindestens 125 münsterischen Juden in Riga.
1942 Deportation weiterer Juden nach Polen.
1943 Deportation der letzten münsterischen Juden nach Theresienstadt. Und somit keine Juden mehr in Münster. Ende der münsterischen Judenschaft.
1945 Die wenigen zurückkehrenden Juden feiern ihren ersten Gottesdienst in Warendorf.
1961 Festgottesdienst anläßlich der Weihe der neuerbauten Synagoge in M.

  Der Neubeginn nach 1945

Nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches kehrten nun wenige Juden, an ihrer Spitze Siegfried Goldberg und Hugo Spiegel, ins Münsterland zurück.Sie gründeten die Jüdische Kultusgemeinde Münster mit zunächst 28 Mitgliedern, die am 7. September 1945  einen ersten Gottesdienst in Warendorf feiern konnten. Die Gemeinde wuchs und erhielt am 12 März 1961  mit der Weihe der neuen Synagoge an der Stelle der alten wieder ihr  gottesdiensliches Zentrum. 1985 zählt die Gemeinde 115 Mitglieder.

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