| From: "St.
Michael" <gsanktmich@freenet.de>
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Subject: Re: Diskussion
Date: Fri, 17 Jan 2003 08:09:24
Dem jüngsten
Rundbrief Herrn Stawskis entnehme ich, dass er "`feindliche´
Diskussionsveranstaltungen...verabscheue". Er "begrüsse"
dagegen "eine produktive Diskussion unter `Freunden´".
Das ist menschlich verständlich, und ich persönlich sehe das
auch so. Abgesehen aber davon, dass das hier präsentierte Denken
in einem Freund-Feind-Schema in sich schon sehr aufschlussreich ist, frage
ich mich, wo diese "Feinde" denn wohl herkommen. Herr Stawski
produziert sie sich durch seine ausfälligen Attacken doch selbst.
Dann darf er sich auch nicht wundern, wenn er ihnen in einem öffentlichen
Auftritt face-to-face gegenübersitzt. Ich habe von der besagten Veranstaltung
bei der Bundeszentrale für politische Bildung gehört. Da tönte
es halt aus dem Wald heraus, wie man in denselben hineingerufen hat. So
läuft das nun mal bei zwischenmenschlichen Konfrontationen, die man
selbst vom Zaun gebrochen hat Ich kann doch nicht ernsthaft erwarten,
dass mich Menschen, die ich beschimpfe, beleidige und diffamiere, als
"Freund" betrachten. Eine solche masochistische Identifikation
mit dem Aggressor ist doch etwas viel verlangt.
Das heißt nun nicht, dass ein sachliches Gespräch mit Herrn
Stawski in Ahlen unerwünscht oder nicht möglich ist. Ganz im
Gegenteil. Die im Dezember 2002 ausgesprochene Einladung der Stadt Ahlen
steht natürlich weiterhin im Raum. In einem formal stringent organisierten
Rahmen (vorher klar definierte Regeln der Gesprächsführung,
kompetente Moderation durch einen Unbeteiligten, überschaubare Öffentlichkeit)
kann ein solches klärendes Gespräch sicher hilfreich werden.
Gesprächspartner ist nach Auffassung der Stadt, vertreten durch Herrn
Rudolf Blauth von der VHS Ahlen, allerdings nur Herr Stawski. Dem schließe
ich mich als Vertreter der Schule an. Veranstalter der Gesprächsrunde
ist nicht die Schule, sondern die VHS Ahlen.
Ganz anders liegen die Dinge bei der Idee, gegebenenfalls einen Dialog
zwischen jüdischen und nichtjüdischen, deutschen Jugendlichen
zu initiieren. Das würde die Schule gerne für die nichtjüdische,
deutsche Seite federführend in die Wege leiten. Ein solcher Dialog
künftiger, potentieller Freunde hat aus unserer Sicht nun allerdings
mit der erstgenannten Veranstaltung mit Herrn Stawski nicht das Geringste
zu tun. Eine Vermischung lehnen Stadt und Schule kategorisch ab. Wir würden
allerdings als Schule sehr gerne mit einer Gruppe junger Juden in Deutschland
ins Gespräch kommen. Solche Kontakte fehlen uns völlig. Dazu
könnte sich hier eine Gruppe von Schülern bilden, dazu als Dialogpartner
eine Gruppe auf jüdischer Seite. Es scheint uns sinnvoll, wenn sich
diese beiden Gruppen vor einem persönlichen Gespräch per eMail
erst einmal "beschnuppern". Sie sollten auch altersmäßig
zueinander passen. Das sind alles Dinge, die sorgfältige Planung
und eine lange Vorlaufzeit benötigen, dann aber u.U. zu spannenden
und menschlich konstruktiven Resultaten führen könnten. Vielleicht
haben Mitglieder der Liste "Honestly Concerned" Ideen, wie das
auf jüdischer Seite in die Wege geleitet werden könnte. Für
Anregungen wären wir jedenfalls sehr dankbar.
Mit freundlichen Grüßen!
Dietmar Hecht |