From: "Mario Weltermann " <fairhaven@gmx.de>
To: "Forum" <triebzurwahrheit@gmx.de>
Sent: Friday, January 18, 2003 00:27 AM
Subject: Teilnahme von Herrn Stawski an der Diskussion

Lieber Herr Stawski,

Sie wünschen eine "produktive Diskussion unter 'Freunden'". Um eine "'feindliche' Diskussionsveranstaltung" zu vermeiden oder auch aus anderen Beweggründen beabsichtigen Sie eine Gruppe jüdischer Schüler und Studenten mit nach Ahlen zu bringen. Folglich verlagern Sie die Diskussion von den "Konfliktpersonen" (wenn Sie uns und sich so bezeichnen wollen) hin zu einer unbeteiligten, derzeit noch neutralen Gruppe.

Eine Diskussion mit jüdischen Schülern bzw. Studenten begrüße ich an sich. Doch bringen Sie hier eine dritte Partei ins Spiel, die an den laufenden Auseinandersetzungen noch nicht teilgenommen hat. Man darf den Anlass unserer bisherigen Diskussion, die letztlich den Grund für die Einrichtung des Forums lieferte, nicht aus den Augen verlieren: es war die Erwähnung einiger Schulprojekte des St. Michael Gymnasiums in der Mailingliste von Honestly Concerned, dem wir uns seither, bereit zu einem sachlichen Dialog, stellten. Hier sei noch einmal ein Passus aus dem der Debatte zugrunde liegenden Rundschreiben zitiert (vom 5.12.02):

Normalerweise ist es etwas sehr lobenswertes, wenn sich Schulen ernsthaft mit dem Themenbereich "Nahostkonflikt" beschäftigen. Hierbei gibt es jedoch gewisse Voraussetzungen die erfüllt werden müssen, sofern ein solches Projekt mehr als nur eine Hetzkampagne gegen eine bestimmte Seite sein soll. Benötigt werden ein ausgewogenes Maß an Informationen und ein umfangreiches Angebot an unterschiedlichen Informationsquellen. Vor allem aber, bedarf es Lehrer die wirklich bereit sind sich ernsthaft und vorurteilsfrei mit ihren Schülern zu diesem Thema auseinanderzusetzen. ... Was wir durch die frei über das Internet verfügbaren Informationen über dieses und andere Projekte dieser Schule erfahren haben, hat uns bis auf das Äußerste schockiert und beunruhigt. Anstelle einer wahrhaftigen Auseinandersetzung mit der von dem Gymnasium anscheinlich vorgegeben sachlichen Behandlungen von Teilbereichen des Nahostkonflikts, werden Schülern vorgefertigte Meinungen und Klischees anerzogen, die wir auf das Schärfste verurteilen...

Dass dieses Rundschreiben von Ihnen publiziert wurde, entnehme ich der Verwendung der ersten Person an späterer Stelle. Somit stehen Sie auch in der Verantwortung, sich auf eine sachliche Diskussion einzulassen, sofern Sie einer Diskussion an sich positiv gegenüberstehen und ehrenhafte Absichten verfolgen, eben nicht wahllos das Fass des Zorns auf Ihnen missfallende Personen ausgießen, um dieses anschließend wieder zu füllen.

Die Entscheidung, an der sich in Planung befinden Diskussion teilzunehmen, liegt ganz bei Ihnen. Niemand kann Ihnen hier etwas vorschreiben. Aber dennoch wird Ihr Entscheid - wie immer er auch ausfallen mag - auch gleichzeitig ein Votum für die Ehrenhaftigkeit Ihrer Motive sein oder das Gegenteil bezeugen.

Es kommt mir so vor, als ob Sie die Schülergruppe vorschieben würden, um eine Beteiligung Ihrerseits auszuschließen, die gerade wegen der anfänglichen massiven Kritik angemessen wäre. Die Diskussion böte eine einmalige Gelegenheit für eine sachliche Auseinandersetzung und nicht für eine Wiederholung der Abläufe wie bei der Tagung der bpb (wenn man Ihre Äußerungen hierüber als ein wirklichkeitsgetreues Abbild betrachten kann).

Den Ausgangspunkt für die momentan stattfindende Diskussion lieferten Sie in äußerst polemischer Weise. Die Kritik an unseren Projekten könnte bei einer Diskussion auf sachlich-angemessener Ebene wiederholt werden. Es liegt allein an der Standfestigkeit der beteiligten Personen, ob diese bereit sind, sich darauf einzulassen.


Mit freundlichen Grüßen

Mario Weltermann