Literaturkurs
13
Schwarze
Sonne - weißer Terror
Michael
und seine apokalyptischen
Superhelden
Söhne
des Lichts - Kinder der Finsternis:
„Wir
sind die Guten, ihr seid die Bösen!“
Unser
Literaturkurs wird diese „Wir-gegen-Sie“-Mentalität, so der
Friedensforscher Harald Müller in seinem Gegenentwurf zu Samuel Huntingtons „Der
Kampf der Kulturen“, als die dunkle Seite der Mythen um den Erzengel Michael
untersuchen. Erste Hinweise auf solche Geschichten kann man finden auf der Page
unserer Schul-Website: "Der
Erzengel Michael“. Seit nahezu 100 Jahren ist dieser der
Schutzpatron des Gymnasiums St. Michael. Seit mehr als 1000 Jahren gilt er als
Schutzpatron erst deutscher Ritterheere, dann „der Deutschen“ insgesamt. Da
liegt es nahe, sich eine solche Gestalt einmal etwas genauer anzusehen. So ein
Schulname verpflichtet schließlich.
Man
sagt Michael in der „Geheimen Offenbarung“ des Johannes (Apokalypse) nach,
er habe Satan aus dem Himmel auf die Erde geworfen. Sie sei sein Reich, bis er
dort für tausend Jahre von einem Friedensfürsten gefesselt werde.
Nach diesem „Tausendjährigen Reich“ aber reiße er sich los, und es
komme zum „Armageddon“,
der Entscheidungsschlacht. Bei dieser Endlösung werde Michael den Endsieg
davontragen. Irgendwie kommt einem die Terminologie bekannt vor. Es sind
politisch wirkmächtige Traumbilder, so der Philosoph Ernst Bloch („Originalgeschichte
des Dritten Reichs“) 1937 im Prager Exil: "Das
sie äußerst wirksam sind, hat der braune Hund gerochen." Im „Materialismusproblem“
schreibt Bloch zu Satans Sturz aus dem Himmel: „Die Verteuflung verband sich
in der Kirchenlehre mit Parteinahme für den weißen Terror im Himmel.“ Die
Frage muss erlaubt sein: Wie im Himmel, so auf Erden? Mögliche
Antworten gibt eine Webpage
aus der Dokumentation zur „Woche der Brüderlichkeit“ 1999:
Im
Schatten der Ahlener Marienkirche: Juden
- „Kinder des Teufels“