Zu Beginn unserer Reise in die weiten Gefilde der Literatur war uns noch nicht bewusst, in welchen Bereich wir uns hineinwagen würden. Literatur findet sich in Dramen, Novellen und seit geraumer Zeit, in der uns seit neuesten bekannten Form der Kommunikation wieder. Das Internet, der Ort für unendliche Freiheit der Publikationsmöglichkeiten, so wie zum Beispiel für renommierte Schriftsteller oder für den geistig verwirrten 15 jährigen Suizidgefährdeten.. Die Tradition an unserem Gymnasium schrieb vor, dass wir uns eigentlich für eine klassische Theateraufführung entscheiden müssten, aber wir erreichten schnell die Grenzen dieser Darstellungsweise, da sie es für unsere Verhältnisse rein technisch nicht möglich machte, unsere Ideen in einem geeigneten Rahmen widerzugeben. So entstand eine neue Diskussion über die Darreichungsform unserer Präsentation. Eine AV-Präsentation wurde ebenso wie eine Ausstellung von schriftlichen Exponaten schnell wieder verworfen.
Auf Grund der persönlichen Neigung einiger Kursteilnehmer und der Erfahrung unseres Kursleiters mit dem Medium Internet, entschloss man sich ohne große Proteste für die Form einer Internethomepage. Allgemein wird das Netz ausschließlich als Publikation- und Aufzeichnungsmedium genutzt, das einen hohen Entertainmentwert besitzt. Es gehört zu unserer beschleunigten Gesellschaft, in der blitzschnelle Informationsbeschaffung bereits zum Überlebenskampf gehört, oder beschleunigte das Internet erst den Rhythmus des öffentlichen Lebens?
In diesem Zusammenhang habe ich versucht einen Vergleich der konservativen Struktur des Theaters, welche seit der Erfindung des Rades an unserer Institution praktiziert wurde, und der des Internets, die leider immer noch nicht angemessen genutzt werden kann, da noch zu wenige Rechner bereitstehen. Ein Vergleich scheint an dieser Stelle fast unmöglich, denn wo gibt es Parallelen und Gemeinsamkeiten?
Ein 15 Zoll Monitor lässt sich wohl schlecht mit der Dresdener Semperoper vergleichen. Hier hat Mike Sandbothe versucht, die theatralen Aspekte des Internets in seinem gleichnamigen Aufsatz herauszuarbeiten.
www.uni-jena.de/ms/theatral.html
Es geht mir hier nicht um eine Verurteilung des Internets als Destruent der Metaphysik, vielmehr sollte es uns interessieren, warum eine Darstellung im Internet anscheinend die einfachste beziehungsweise umkomplizierteste Methode ist, obwohl wir in unserer Schulzeit doch gelehrt wurden, Dramen und Romane zu deuten und sie als einen Raum zu akzeptieren, indem wir uns wohl fühlen müssten, um auch unsere eigenen Intentionen widerzugeben. Warum entscheidet man sich für das fremde Medium, dass auf den ersten Blick schwer zu bändigen ist?
Vielleicht kann man sich im Netz am besten tarnen, sich hinter einer Maske verstecken und die Arbeit von seinem Chatroom Pseudonym erledigen lassen, ohne selbst Verantwortung übernehmen zu müssen. Genau dieses Aufsetzen einer Maske, das Spiel mit seinem aufgesetzten Charakter ist es, was das theatrale Darstellen auf den Brettern, die die Welt bedeuten, ausmacht. Es geht also nicht um die Person und ihr subjektives Aussehen, sondern vielmehr um die Aussage die transportiert wird, und dies kann ebenso gut im Internet geschehen, auch wenn man das Wesen, was dahinter steckt, nicht erblickt. Man ist also vorurteilsfrei und kann sich ganz auf das Bewirkte konzentrieren, ohne sich durch die rein optische Erscheinung blenden zu lassen.