Kinder des Teufels

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Vom "lieben Gott" zum "Einen Gott"

Auch wenn es jetzt zunächst ein bißchen theoretisch und theologisch zu werden scheint, nicht erschrecken und verzweifeln. Das gibt sich wieder. Also bitte trotz allem weiterlesen!

"Wir sind die Guten, ihr seid die Bösen!" Das finden wir in ausgeprägter Form bereits beim Apostel Paulus: "Wir sind nicht von der Nacht, noch von der Finsternis." "Was für einen Teil hat der Gläubige mit den Ungläubigen?" "Ich will nicht, daß ihr in der Teufel Gemeinschaft seid!" So heißt es im Thessalonicher- und im Zweiten Korintherbrief.

Am 9. November 1999 wurde in ganz Deutschland des Falls der Mauer vor zehn Jahren und der Reichspogromnacht des Jahres 1938 gedacht. War die Berliner Mauer zu einem Symbol der Spaltung zwischen "den Guten" im Westen und "den Bösen" im Osten bzw. umgekehrt geworden, war der 9. November 1938 ein erster Höhepunkt, eine andere Abspaltung der "Bösen" von den "Guten" in die Tat umzusetzen: "Ich will nicht, daß ihr in der Teufel Gemeinschaft seid", hatte Paulus gesagt. Es war für die Nazis leicht, auf einer solchen verteufelnden "`Wir-gegen-Sie´-Mentalität" aufzubauen und die Juden zu "Kindern des Teufels" zu erklären. Die Folgen sind bekannt.

"Die Judensau"



Dieses Bild hing im Mittelalter an einer Frankfurter Brücke
Die menschlichen Gestalten tragen wie der Teufel auf der Kleidung
einen runden Flicken, den "Judenfleck"

Abschied vom "lieben Gott"